Ablauf
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich im Vorfeld bereits für einen Ausbildungsberuf, auf den sie sich an beiden Trainingstagen „bewerben“.
Das Training umfasst für jede Klasse zwei Vormittage, die im 2. Schulhalbjahr stattfinden. Das Training wird in kleineren Gruppen absolviert.
In den Fächern Deutsch und EWG wird das Thema aufgegriffen, z. B. durch die ausführliche Besprechung und Überarbeitung der im Bewerbungstraining entstandenen Bewerbungsschreiben und Lebensläufe. In EWG ist die Berufsfindung in der Einheit „Blick in die Berufswelt“ fester Bestandteil.
Wir hoffen, unseren Schülerinnen und Schülern mit einem solchen Training zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben verhelfen zu können.
Das Bewerbungsschreiben
Die Experten erarbeiten im PC-Raum mit den Schülern Form und Inhalt eines schriftlichen Bewerbungsschreibens. Die Schüler erstellen selbst ihre erste Bewerbung.
Das Vorstellungsgespräch
In kleineren Gruppen erfolgt durch die Experten ein Video-Training eines simulierten Vorstellungsgesprächs. Nach der Erarbeitung wichtiger Grundlagen wird jeder Schüler einzeln bei seinem Vorstellungsgespräch gefilmt. Am Ende werden in der Kleingruppe diese Gespräche ausführlich analysiert.
Parallel zu diesem Videotraining absolvieren die Schüler Eignungstests, die in immer mehr Firmen zur Vorauswahl der Bewerber eingesetzt werden.
Rückblick 2009_2010
Bewerbungsschreiben
Es kamen verschieden Experten, wie zum Beispiel von der Hohenzollerischen Landesbank Sigmaringen, der Volksbank Bad Saulgau, der Barmer Ersatzkasse und der Firma Rumpel Langenenslingen, die mit den Schülern Schritt für Schritt eine Bewerbung erarbeitet haben.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Voraus schon für einen Beruf entschieden und sich über das entsprechende Berufsbild informiert. Beim ersten Treffen erfolgte eine Einweisung über die Form und den Inhalt des Bewerbungsschreibens. Die theoretischen Grundlagen wurden daraufhin praxisnah am Computer umgesetzt. Am Ende hatte so jeder eine Bewerbung und einen Lebenslauf geschrieben.
Text von Jana Senfle, R9c
Vorstellungsgespräch
Die Experten erarbeiteten zuerst wichtige Grundlagen eines Bewerbungsgesprächs mit uns und gingen sehr genau auf einzelne Punkte ein. Dieser Vortrag wurde in Form einer PowerPoint-Präsentation gehalten. Dem war nicht viel hinzuzufügen, da alles sehr genau beschrieben wurde und trotzdem wurden die einzelnen Fragen der Schüler ausführlich geklärt. Es kam zum Vorschein, dass die Experten sehr viel Erfahrung mit solchen Situationen haben. Obwohl die Theorie etwas länger dauerte, waren in unserer Gruppe alle Schüler sehr konzentriert und es gab keine Störungen, was wahrscheinlich daran lag, dass die beiden Männer ihre Sache sehr gut beherrschten.
Danach wurde jeder Schüler einzeln bei seinem Vorstellungsgespräch gefilmt, wobei die zuvor erstellte Bewerbungsmappe abgegeben wurde, um dem Experten ein klareres Bild über die Person und den Trainingsberuf zu ermöglichen. Der Experte ließ jeden Schüler in verschiedene Situationen blicken, wobei ich sehr gut fand, dass sie uns damit dazu brachten, manchmal sehr spontan zu antworten oder erst umdenken zu müssen. Der Experte reagierte immer anders auf das, was man berichtete. Natürlich war jeder etwas nervös und aufgeregt, doch durch den Vortrag konnte man bemerken, dass sich die meisten Schüler der Gruppe selbstsicher fühlten und sich selbstbewusst präsentieren konnten.
Die Klassen wurden vorab in kleinere Gruppen aufgeteilt und verschiedenen Experten zugeteilt. Unter anderem waren das Mitarbeiter der Firmen Späh (Scheer) und Honeywell (Albstadt), sowie Vertreter der AOK und der Bundeswehr. Mitzubringen war eine Kopie der aktuellen Halbjahresinformation, der Ausdruck des Bewerbungsschreibens vom ersten Trainingstag und Schreibmaterial. Außerdem war es passend, sich angemessen für den Beruf zu kleiden, den man angab.

Foto: Anja Lutz, R9c
Parallel zu diesem Videotraining absolvierten alle Schüler einen Eignungstest, da solche in immer mehr Firmen zur Vorauswahl der Bewerber eingesetzt werden. Dadurch hatten wir die Gelegenheit, eine Aufnahmeprüfung kennen zu lernen um auf solche Situationen vorbereitet zu sein. Besprochen wurde der Test einige Tage später im Unterricht.
Am Ende gingen die Schüler wieder in ihre Gruppen um die Aufnahmen der einzelnen Gespräche in der Gruppe zu analysieren, wobei Positives als auch Negatives genannt wurde, um möglichst viel aus den eigenen Fehlern und den Fehlern anderer zu lernen aber natürlich auch um sich das ein oder andere abzuschauen. Je nach dem, wie man sich verkaufte, erfuhren wir alle bei der Besprechung, ob wir in die engere Auswahl der Bewerber kämen. Außerdem war es zum Teil sehr amüsant, sich aus dieser Perspektive betrachten zu können. Auch die Haltung, Mimik und Gestik des jeweiligen Schülers konnte bei der Videoanalyse sehr gut beobachtet werden. Wer kritikaufnahmefähig war und die Vorschläge der Experten ernst nahm, konnte durch diese Besprechung noch mal sehr viel lernen.
Zu guter Letzt gaben die einzelnen Gruppenmitglieder ein Feedback sowohl über den Vortrag als auch die Videoanalyse, wobei unsere Kritik gut aufgenommen wurde.
Durch dieses Training weiß ich, wie ich mich gut verkaufen, präsentieren und alles Positive von mir zeigen kann. Ich weiß, auf was geachtet wird und was den Arbeitgebern wichtig ist. Mir persönlich hat dieser Trainingstag nicht nur im Hinblick auf meine berufliche Zukunft, sondern auch im privaten Leben geholfen, da die Experten einem wirklich das Gefühl gaben besonders und einzigartig zu sein. Auf jeden Fall ist meine Selbstsicherheit gestiegen, wofür ich sehr dankbar bin.
Text von Antonia Sprißler, R9c